fit4future-Kongress 2018: eine Bilanz

Spannende Erkenntnisse: Warum der Familien-Esstisch der beste Ort zum Streiten ist, wie das Innehalten im Alltag funktioniert und was kompetente Eltern ausmacht.

Ohne Eltern geht es nicht! Der sechste fit4future-Kongress in Bad Griesbach nahm vom 8. bis 11. Oktober  das Thema "(Eltern-) Kommunikation als Schlüssel Schlüssel für erfolgreiche Maßnahmen der Gesundheitsförderung" in den Fokus. Hochkarätige Referenten wie u.a. Mathias Voelchert, der eng mit dem dänischen Familientherapeuten Jesper Juul zusammenarbeitet oder der Ernährungspsychologe Prof. Dr. Johann Christoph Klotter von der Hochschule Fulda, beleuchteten in diesem Jahr die Rolle der Eltern. Denn sie sind es, die bereits in jungen Jahren bei ihren Kindern die entscheidenden Weichen für eine gesunde Lebensweise auch im Erwachsenenalter stellen. Als die ersten und wichtigsten Bezugspersonen tragen Mutter und Vater die Verantwortung, prägen den Tagesablauf der Familie und sind die maßgeblichen Orientierungspunkte für ihre Kinder - auch als Vorbilder. Deshalb gilt es, die Eltern bei allen Maßnahmen der Gesundheitsförderung von Kita bis Schule abzuholen, zu beteiligen und zu fördern.

Praktische Tipps für die ganze Familie

Neben der Präsentation neuester Wissenschaftlicher Erkenntnisse standen aber vor allem auch alltagsnahe Fragen im Vordergrund: „Wie lassen sich Konflikte am Esstisch vermeiden und Kinder für eine ausgewogene Ernährung begeistern?“, „Sind die Kinder automatisch entspannt, wenn die Eltern ausgeglichen sind?“ und "Welche wichtigsten Kompetenzen Eltern mitbringen sollten". Für alle, die nicht beim Kongress mit dabei waren, haben wir hier eine Liste lesenswerter Artikel und Berichte von bzw. über einige unserer Experten zusammengestellt:

Tipps rund um das „Innehalten im Alltag“, was es mit Achtsamkeit auf sich hat und wie Familien Momente der Entspannung ganz einfach umsetzen können, hat uns Referent und Diplom-Pädagoge Mathias Gugel verraten.

Experte Johann Christoph Klotter appellierte während des Kongresses an die Eltern: „Macht aus Gemüse kein Heiligtum“. Denn seiner Meinung nach gibt es selten echte Harmonie am Familienesstisch, es herrscht meist ein Kampf ums "richtige" Essen. Warum der Familien-Esstisch seiner Meinung nach ohnehin der beste Ort zum Streiten ist, wie Eltern es schaffen, mit anstrengenden Kindern am Tisch nicht die Nerven zu verlieren und warum der Professor von Standard-Regeln wie „Du musst deinen Teller aufessen“ gar nichts hält, kann im Bericht auf Focus Online nachgelesen werden.

Auch Familientherapeut Mathias Voelchert ist überzeugt, dass gesunde Kinder starke Eltern brauchen. Doch, wie funktioniert das? Am besten das Kind so annehmen, wie es ist. Nicht so besorgt sein, lieber das Kind in seinen Kompetenzen und Eigentschaften stärken. Denn nichts raubt einem Kind so sehr das Selbstvertrauen wie ständig besorgte Eltern. Eine Zusammenfassung seines Vortrags gibt es auf der Kongress-Seite, unter "Beiträge der Referenten 2018".

Ausgezeichnete Praxisprojekte und eine Premiere  

Wie bei jedem fit4future-Kongress gab es auch Raum für besondere Praxisprojekte, die sich dem Publikum in Workshops präsentierten. Als besonders herausragend zeichnete das Publikum mit großer Mehrheit das Programm „FuN“ (Familie und Nachbarschaft) mit dem diesjährigen fit4future-Award aus. Das Besondere an der bereits seit 20 Jahren bestehenden Initiative: Sie erreicht auch bildungsungewohnte Familien – und zwar über die Kita, wo Kinder unterschiedlichster Herkunft zusammentreffen. Eltern sollen in ihren Kompetenzen gestärkt werden, mit einem positiven Blick darauf, was sie gut können. Einen ausführlichen Bericht zum Projekt finden Interessierte hier.
Und eine echte Premiere gab es ebenfalls: Der neue fit4future-Song „Gesund in die Zukunft“ von Phil4Kids wurde den anwesenden Gästen live und exklusiv vorgestellt. Der Song soll Schulen, Kinder und auch die Eltern zum Mitmachen, Singen und Tanzen motivieren.

Doch nicht nur ein Song, bei dem alle begeistert mittanzten, auch eine tägliche fit4future-Sportstunde sowie diverse Bewegungs- und Brainfitnesseinheiten lockerten zwischendurch Körper und Geist der Kongressteilnehmer auf. So konnten die mehr als 100 Gäste am Ende viele spannende und bewegende Eindrücke mit nach Hause nehmen und an ihre Kinder weitergeben.

Hintergrund

Der fit4future-Kongress bildet seit 2013 eine Netzwerk- und Austauschplattform für Experten und Praktiker aus den Bereichen Erziehung, Ernährung, Sport und Psychologie, um einen intensiven fachlichen Austausch und Vernetzung zu fördern. Die drei Tage dauernde Konferenz bietet die Möglichkeit, das jeweilige Kongressthema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und mit Referenten, Experten sowie Teilnehmern in den Dialog zu treten.

Mehr Informationen zum Kongress gibt es hier.

Einige Eindrücke aus den drei Tagen haben wir in unserer Bildergalerie zusammengestellt.

 

 

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